Santuario della Madonna della Corona

nePPmuk

San­ta Maria di Montebaldo

Das San­tua­rio del­la Madon­na del­la Coro­na gehört zu den ein­drucks­volls­ten Wall­fahrts­or­ten Nord­ita­li­ens. Hoch über dem Etsch­tal, schein­bar direkt aus der senk­rech­ten Fels­wand des Mon­te Bal­do gewach­sen, ver­bin­det die­ser Ort Spi­ri­tua­li­tät, Land­schaft und Archi­tek­tur auf unge­wöhn­li­che Wei­se. Abge­schie­den und den­noch gut erreich­bar, wirkt das Hei­lig­tum wie ein bewusst gesetz­ter Gegen­pol zur Betrieb­sam­keit der Ebe­ne – still, kon­zen­triert und von einer fast unwirk­li­chen Präsenz.

Die beson­de­re Lage macht den Besuch weni­ger zu einem klas­si­schen Kir­chen­be­such als zu einer Erfah­rung, bei der Weg, Aus­sicht und Bau­werk untrenn­bar mit­ein­an­der verschmelzen.

Die Wallfahrtskirche

Die Wall­fahrts­kir­che der Madon­na del­la Coro­na ist ein archi­tek­to­ni­sches Uni­kat. Sie ist nicht auf dem Berg errich­tet, son­dern in den Fels inte­griert – eine Bau­wei­se, die dem Hei­lig­tum sei­ne dra­ma­ti­sche Wir­kung ver­leiht. Der heu­ti­ge Bau stammt über­wie­gend aus dem 19. Jahr­hun­dert, greift jedoch älte­re Struk­tu­ren auf, die bis ins Mit­tel­al­ter zurück­rei­chen. Schon damals such­ten Ein­sied­ler und Pil­ger die­sen schwer zugäng­li­chen Ort auf.

Im Inne­ren über­rascht die Kir­che mit einer kla­ren, fast nüch­ter­nen Raum­wir­kung. Der Blick wird gezielt auf den Altar und die ver­ehr­te Sta­tue der Madon­na gelenkt, wäh­rend die Fels­wand im Hin­ter­grund stets prä­sent bleibt. Die­se Ver­bin­dung aus gebau­tem Raum und natür­li­chem Gestein ver­stärkt den Ein­druck von Rück­zug und Samm­lung – als wäre die Kir­che ein Teil des Ber­ges und nicht umgekehrt.

Beson­ders prä­gend ist der Zugang zur Kir­che: Ob über den Pan­ora­ma­weg oder die in den Fels geschla­ge­ne Trep­pe, der Weg ist inte­gra­ler Bestand­teil der Wall­fahrt. Er ver­lang­samt, öff­net den Blick ins Tal und berei­tet bewusst auf den Ort vor. Genau die­se Kom­bi­na­ti­on aus phy­si­schem Auf­stieg, land­schaft­li­cher Wei­te und archi­tek­to­ni­scher Reduk­ti­on macht die Wall­fahrts­kir­che der Madon­na del­la Coro­na zu einem Ort, der lan­ge nach­wirkt – unab­hän­gig von reli­giö­ser Motivation.

Die Wallfahrtskirche

de_DE