Infrarot-Fotografie öffnet ein Fenster zu einer Welt, die unser Auge nie direkt sieht. Was wir gewohnt sind als Farbe und Licht, wird hier zu einer grafischen Interpretation von Strukturen und Kontrasten – Blätter strahlen hell, Himmel ziehen dunkel, und Landschaften erscheinen wie aus einer anderen Dimension.
In dieser Serie steht nicht die dokumentarische Wiedergabe eines Ortes im Vordergrund, sondern das Spiel mit Licht, Atmosphäre und Wahrnehmung – eine fotografische Entdeckungstour in einer Wellenlänge, die normalerweise verborgen bleibt.
Was ist Infrarot-Fotografie?
Infrarot-Fotografie bedeutet, Licht im infraroten Spektrum sichtbar zu machen – ein Bereich, der außerhalb der üblichen Farbwahrnehmung des Menschen liegt. Kamerasensoren können dieses Licht zwar aufnehmen, doch meist wird es durch interne Filter blockiert; erst durch spezielle Filter oder Umbauten wird das Infrarotlicht nutzbar.
Was Infrarotaufnahmen spannend macht:
Vegetation erscheint hell bis weiß – der sogenannte Wood-Effekt.
Himmel und Wasser wirken kontrastreich dunkel.
Oberflächen und Texturen treten stark in den Vordergrund – selbst bekannte Motive wirken abstrakt.
Die Infrarot-Serie hier ist keine technische Anleitung, sondern eine künstlerische Betrachtung dessen, was entsteht, wenn das Gewohnte unsichtbar wird und das Unbekannte sichtbar.
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Licht & Gefühl – die Atmosphäre der Wellenlänge
Infrarotfotos erzählen Stimmungen statt Details:
Spaziergänge durch Landschaften oder Orte werden zu Erkundungen von Licht und Schatten, von Strukturen und Rhythmus. Gerade bei Sonnenschein entstehen starke Kontraste und eine tiefe Plastizität in den Bildern.
Nicht nur Naturformen wirken hier transformiert – auch in der Stadt oder bei Menschen lässt sich der Blick verschieben: Oberflächen verlieren ihre Farbgeschichte und gewinnen eine neue visuelle Logik.
Technik – praxisnah erklärt
Wer sich näher mit Infrarot beschäftigen möchte, braucht nicht zunächst einen Technik-Overkill, sondern ein Gefühl für:
Licht & Wetter: Sonnige Tage mit klarer Luft verstärken die Effekte deutlich.
Kamera & Filter: Entweder mit einem spezialisierten IR-Filter auf Objektiv oder mit einer Kamera, die intern für IR-Aufnahmen umgebaut wurde.
RAW-Workflow: Da die Farbinformation später weggelassen oder neu interpretiert wird, lohnt sich die Aufnahme im RAW-Format.
Infrarot ist zu 50 % fotografiert und zu 50 % interpretiert – die Technik dient dem Ausdruck, nicht der Reproduktion.